Wie ich zur Natural-Houndmanship-Philosophie kam
Mit einem Hund an ihrer Seite, haben viele Besitzer so ihre lieben Probleme!
Diese Probleme und weitere Eigenheiten, sind aber eigentlich ein Resultat aus dem menschlichen Verhalten gegenüber dem Hund!
Die Lösung erscheint zunächst relativ einfach: Sich so verhalten wie immer und der Vierbeiner lernt das ihm gezeigte, aber auch daraus.
Im Prinzip ist das schon richtig, nur um seinen Hund wirklich führen zu können, muss man erst seine Sprache und das Dargestellte verstehen, um entsprechend zu reagieren.
Früher, in meiner Jugend, konnte ich die Sprache der Hunde noch nicht und hatte deswegen häufig Schwierigkeiten mit diesen Tieren!
Wann immer ein größeres Exemplar in der Nähe war, bedeutete dies meistens nichts Gutes für mich und endete oftmals mit einer schlechten Erfahrung zusätzlich.
Eine dieser Erfahrungen führte mich zu meinem Onkel, der Pferde beschlug und dafür speziell auch Hufeisen formte. Sein Innenhof wurde durch eine Dobermann-Hündin geschützt, mit der ich mich gleich zu Anfang, meiner Meinung nach, genügend vertraut und angefreundet hatte. Mein Onkel, mein Bruder und ich gingen auf einen Hang und verrichteten dort unsere Arbeit.
Als unser Durst in der prallen Sonne immer größer wurde, war ich derjenige, der Getränke holen sollte. Über die Wiese ging ich zum Hof und da ich, wie schon erwähnt, vor Hunden ja Angst hatte, ergriff ich langsam die halbseitig geöffnete Flügeltüre und wollte vorsichtig nach dem Dobermann sehen!
Das einzige, was ich noch sah, war dass die Hündin wie vom Blitz getroffen von ihrer Decke hochsprang und ein Angriff erfolgte!
Damit etwas ähnliches nicht auch anderen passiert, versuchen wir Ihnen hier zu vermitteln, was Natural Houndmanship bedeutet.
Erst wenn Sie als Mensch verstanden haben, warum ihr Hund Bestimmtes tut, was ihn antreibt und was er mit seinen Bewegungen ausdrückt, quasi spricht, dann ermöglicht Ihnen das Verstehen dieser Sprache, einen für Ihre Bedürfnisse angepassten Umgang mit den Tieren.
Dabei werden Sie aber anerkennen müssen, dass der Hund ebenso seinen eigenen Charakter besitzt und diesen bei allem was er tut, mehr oder weniger, mit einbringt!
Michael Schober
Wie ich zum Akita kam....
Es ist jetzt schon über 16 Jahre her. Mein Mann und ich hatten damals eine eigene Zoohandlung. Das Hobby zum Beruf machen, dass war unser Gedanke. Die Bereiche waren klar aufgeteilt, er Aquaristik und ich Hund, Katze, Maus.
Mein Mann, der als Kind mehrmals von Hunden gebissen worden war, hatte eine wahnsinnige Angst vor den Vierbeinern. Ich dagegen war schon immer ein richtiger Hundefreak und konnte gar nicht genug Wissen darüber haben. Zu gerne hätte ich selbst einen eigenen Hund besessen, aber da war ja diese Angst meines Mannes.
Eines Tages betrat ein junges Pärchen unseren Laden. Sie hatten zwei Hunde dabei, wunderschöne Tiere. Zu meinem großen Erstaunen interessierte sich sogar mein Mann für sie. Ich konnte diese beiden keiner mir bekannten Rasse zuordnen, was nichts heißen musste, man kann ja schließlich nicht alles kennen. Aus diesem Grund fragte ich welche Mischung diese beiden wären. Heute kann ich die leicht genervte Reaktion der beiden verstehen? ?das sind Akis?? Was bitte? .... ?Das sind Akita Inus? ?. Aha ?. Diese Rasse kannte ich wirklich nicht und wir kamen sofort ins Gespräch. Wir saugten das Wissen über diese Tiere förmlich auf.
Was mich persönlich am allermeisten faszinierte: Diese Hunde waren überhaupt nicht aufdringlich, sogar eher zurückhaltend. Sie lagen einfach da und strahlten viel Ruhe aus. ?Die reden auch nicht mit jedem?? Die Besitzer lachten und machten uns klar, dass das einer der vielen Vorteile dieser Rasse wäre. Aus dieser Begegnung wurde eine Freundschaft. Wir trafen uns oft und ich konnte beobachten wie auch mein Mann Vertrauen zu diesen beiden fasste. Angetan hatte es ihm der Rüde. Er war ein amerikanischer Akita. Stattliche Größe, genialer Charakter.
Als sich das Pärchen trennte, verblieb der Rüde bei unserer Freundin und die Hündin bei ihrem Mann. Von ihm haben wir leider nicht mehr viel gehört, aber die Freundschaft zu Carmen und Big blieb über viele Jahre bestehen. Wir lernten einen Hund kennen, der nicht einfach nur ein Hund war. Big hatte einen schwer beschreibbaren Charakter. Er konnte mit seinen Blicken Steine erweichen. Er war zärtlich und liebevoll. Er war sehr folgsam (was man der guten Erziehung von Carmen zugute halten musste), er war ein großer Beschützer. Er gehörte zur Familie. Er wuchs mit unserem Sohn auf und es hätte sich niemand an unser Kind heranwagen dürfen. Er war immer für einen da, ohne aufzufallen. Er war beliebt. Er erweckte Aufsehen. Er sah aus wie ein ?Teddy? und sein Gemüt war fast vergleichbar. Aber: Er war auch kräftig, dominant. Er mochte keine anderen Rüden. Und Katzen konnte er auch nicht wirklich leiden. Er brauchte eine konsequente Hand. Er brauchte Aufmerksamkeit. Er wollte immer dabei sein, blieb aber auch mal alleine zu Hause.
In all den Jahren haben wir gelernt, dass ein Akita Inu ein besonderer Hund ist. Ein Hund der dein Herz und deine Seele berührt. Ein Hund den du niemals vergessen wirst. Ein Hund der süchtig macht. Aber ein Aktita Inu ist niemals ein Hund für Jedermann. Kein Hund für Anfänger. Kein Hund den man nach seiner Optik aussuchen sollte.
Uns waren noch einige gemeinsame Jahre geschenkt. Jahre die wir niemals missen möchten. Big hat uns viel gelernt. Wir haben auch von ihm gelernt, wie schwer es ist Abschied nehmen zu müssen. Das dieses Wesen eine große Lücke im Leben eines Menschen hinterlassen kann.
CS

